Du hast deine ersten Golfstunden genommen, auf der Driving Range zahlreiche Bälle geschlagen und inzwischen genügend gute Schläge erlebt, um dich auf einen richtigen Golfplatz zu wagen. Genau jetzt tauchen meistens Fragen auf, über die vorher kaum jemand gesprochen hat. Bin ich schon gut genug für den Platz? Von welchem Abschlag soll ich spielen? Wie viele Bälle sollte ich mitnehmen? Wer spielt zuerst? Wo stelle ich mein Bag ab? Was mache ich, wenn mein Ball im Wald verschwindet? Darf ich meinen Ball aufnehmen, wenn ein Loch völlig aus dem Ruder läuft? Und vor allem: Wie vermeide ich es, andere Golfer zu stören, die all diese ungeschriebenen Regeln scheinbar schon immer kennen?
Diese Unsicherheit ist völlig normal. Für deine erste Runde musst du weder die Golfregeln auswendig kennen noch 14 Schläger besitzen oder jeden Schlag beherrschen. Viel wichtiger sind einige grundlegende Verhaltensweisen rund um Sicherheit, Spieltempo und Rücksichtnahme auf den Platz und andere Spieler. Hier ist deshalb alles, was wir gerne vor unserer ersten Golfrunde gewusst hätten.
1. Vor der Runde: So bereitest du dich auf deinen ersten Platz vor
Musst du wirklich gleich mit 18 Löchern anfangen?
Nein. Ein Kurzplatz, ein 6- oder 9-Loch-Platz oder eine andere einsteigerfreundliche Anlage kann für die ersten Erfahrungen sogar besser geeignet sein als eine komplette 18-Loch-Runde. Dort lernst du bereits fast alles, was Golf auf dem Platz ausmacht: den richtigen Schläger auswählen, den Ball aus unterschiedlichen Lagen spielen, auf andere Spieler achten, einen verzogenen Ball suchen, aus einem Bunker spielen, putten und dich von Loch zu Loch bewegen.
In Deutschland spielt dabei die Platzreife eine besondere Rolle. Viele Golfanlagen verlangen von Einsteigern einen Nachweis, dass sie Technik, grundlegende Regeln, Sicherheit und Verhalten auf dem Platz ausreichend beherrschen. Mit der DGV-Platzreife gibt es dafür einen einheitlichen Prüfungsstandard des Deutschen Golf Verbandes. Die Prüfung umfasst Theorie, Verhalten auf dem Platz und einen praktischen Teil über neun Löcher.
Wichtig ist aber: Die Platzreife ist kein Führerschein, der automatisch zum Spielen auf jedem deutschen Golfplatz berechtigt. Jede Golfanlage entscheidet im Rahmen ihres Hausrechts selbst, wer dort spielen darf. Auch für Gastspieler können zusätzliche Voraussetzungen gelten, beispielsweise eine Clubmitgliedschaft oder ein bestimmter Handicap-Index. Erkundige dich deshalb vor deiner ersten Runde direkt beim Club.
Wie früh solltest du vor deiner Startzeit da sein?
Für deine erste Runde solltest du ungefähr 30 Minuten vor deiner Startzeit auf der Anlage sein. So bleibt genügend Zeit, dich im Sekretariat oder Pro Shop anzumelden, gegebenenfalls das Greenfee zu bezahlen, den ersten Abschlag zu finden und dein Equipment in Ruhe vorzubereiten.
Nutze die Gelegenheit auch für Fragen: Gibt es besondere Platzregeln? Baustellen oder gesperrte Bereiche? Welche Abschläge werden Einsteigern empfohlen? Gibt es Einschränkungen für Trolleys oder Golfcarts? Zwei Minuten im Sekretariat können dir auf dem Platz viele Unsicherheiten ersparen.
Was gehört ins Golfbag?
Du musst nicht deinen halben Haushalt mitnehmen. Für die erste Runde brauchst du vor allem genügend Golfbälle – und es müssen wirklich nicht die teuersten sein –, einige Tees, einen Ballmarker, eine Pitchgabel, Wasser, eventuell etwas zu essen und Kleidung, die zum Wetter passt. Je nach Vorhersage gehören auch Regen- oder Sonnenschutz ins Bag. Bei feuchtem Wetter kann außerdem ein zweiter Handschuh hilfreich sein.
Auch beim Dresscode unterscheiden sich Golfanlagen. Manche Clubs pflegen noch traditionelle Bekleidungsregeln, andere gehen damit deutlich lockerer um. Wenn du unsicher bist, hilft ein Blick auf die Website des Clubs.
Brauchst du wirklich 14 Schläger?
Nein. Vierzehn ist die maximal zulässige Anzahl an Schlägern, nicht die Mindestausstattung eines Golfers.
Für einen Anfänger kann ein halber Schlägersatz völlig ausreichen: einige Eisen, ein Schläger für längere Distanzen, ein Wedge und ein Putter decken bereits sehr viele Situationen ab. Weniger Auswahl kann das Spiel sogar vereinfachen. Wenn du gleichzeitig den Platz kennenlernst, deine Schlagweiten einschätzen musst und über deinen Schwung nachdenkst, musst du nicht zusätzlich vor jedem Schlag zwischen Eisen 6 und Eisen 7 philosophieren.
Später bleibt noch genügend Zeit, darüber nachzudenken, ob zwölf Meter Distanzunterschied tatsächlich den Kauf eines weiteren Hybrids rechtfertigen.
Von welchem Abschlag solltest du spielen?
Wahrscheinlich von einem weiter vorne gelegenen Abschlag, als dein Ehrgeiz zunächst vermuten lässt.
Die unterschiedlichen Abschläge ermöglichen verschiedene Platzlängen. Für deine ersten Runden ist ein weiter vorne gelegener Abschlag meistens die sinnvollere Wahl. Dadurch hast du eine realistischere Chance, die Grüns mit einer vernünftigen Anzahl von Schlägen zu erreichen, kannst unterschiedliche Schläger einsetzen und verstehst besser, wie ein Loch gespielt werden soll.
Es gibt keine Medaille dafür, als Anfänger den längsten Platz zu spielen. Ein Par 4, das du mit drei vernünftigen Schlägen bewältigen kannst, bringt dir mehr als ein viel zu langes Loch, das zu einer endlosen Serie schwieriger langer Schläge wird.
2. Am ersten Abschlag: Sicherheit geht vor
Wann darfst du abschlagen?
Das ist vielleicht die wichtigste Regel dieses gesamten Artikels: Spiele niemals, solange du mit deinem Ball Personen vor dir erreichen könntest.
Orientiere dich dabei nicht nur an deiner durchschnittlichen Schlagweite, sondern auch an deinem bestmöglichen Schlag. Wenn dein Drive normalerweise 180 Meter fliegt, du einen sehr guten Ball aber 210 Meter schlagen kannst, solltest du nicht abschlagen, solange sich die Gruppe vor dir noch in diesem Bereich befindet. Im Zweifel wartest du. Einige Sekunden Zeitgewinn rechtfertigen niemals das Risiko, jemanden zu verletzen.
Bei unübersichtlichen oder blinden Löchern ist besondere Vorsicht erforderlich. Spiele erst, wenn du sicher sein kannst, dass der Bereich, in dem dein Ball landen könnte, frei ist.
Dein Ball fliegt in Richtung anderer Menschen – was jetzt?
Rufe sofort und laut „Fore!“
Warte nicht erst ab, ob dein Ball tatsächlich jemanden treffen könnte. Sobald seine Flugbahn eine Gefahr darstellt, musst du die betroffenen Personen warnen. Der DGV verwendet „Fore“ ebenfalls ausdrücklich als Warnruf für diese Situation.
Es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen. Ein schlechter Schlag kann jedem passieren. Gefährlich wäre es vielmehr, aus Verlegenheit nichts zu rufen. Ein Golfball kann schwere Verletzungen verursachen – Sicherheit ist wichtiger als dein Stolz.
Wo solltest du stehen, wenn jemand anderes schlägt?
Bleibe in ausreichendem Abstand und niemals dort, wo dich Schläger oder Ball treffen könnten. Vermeide außerdem Bewegungen, Gespräche oder unnötigen Lärm, während sich ein anderer Spieler auf seinen Schlag vorbereitet.
Du musst deshalb nicht minutenlang regungslos dastehen. Sei einfach aufmerksam und störe den Spieler nicht. Während du wartest, kannst du dich – sofern es sicher möglich ist – bereits auf deinen eigenen Schlag vorbereiten. Eine der einfachsten Regeln für ein gutes Spieltempo lautet: Sei bereit, wenn du an der Reihe bist.
Wer spielt zuerst?
Traditionell hat am nächsten Abschlag der Spieler mit dem besten Ergebnis am vorherigen Loch die „Ehre“. Während des Lochs wird grundsätzlich zuerst der Ball gespielt, der am weitesten vom Loch entfernt liegt.
Bei einer normalen Runde solltest du aber auch das Prinzip Ready Golf kennen: Ist ein Spieler bereits bereit, während ein anderer noch Zeit benötigt, kann der spielbereite Golfer zuerst schlagen, sofern dies sicher und ohne Störung möglich ist. Dadurch werden unnötige Wartezeiten vermieden und das Spiel bleibt flüssig.
3. Auf dem Platz: Zügig spielen, ohne sich zu hetzen
Woher weißt du, ob du zu langsam spielst?
Schau nicht nur auf die Gruppe hinter dir, sondern vor allem auf die Gruppe vor dir. Deine Position auf dem Platz ist einer der besten Hinweise auf dein Spieltempo. Wenn zwischen deiner Gruppe und dem Flight vor euch bereits ein ganzes Loch frei ist, während die Spieler hinter euch ständig warten müssen, seid ihr wahrscheinlich zurückgefallen.
Zügiges Spiel bedeutet aber nicht, über den Platz zu rennen. Bereite deinen nächsten Schlag vor, während andere spielen, sofern du sie dabei nicht störst. Nimm mehrere infrage kommende Schläger mit, wenn du dich von deinem Bag entfernst, beobachte deinen Ball bis zum Ende seines Flugs und verzichte auf unnötig viele Probeschwünge. Ein schneller Golfer ist nicht unbedingt jemand, der schnell läuft: Er ist im richtigen Moment spielbereit.
Was, wenn die Spieler hinter dir viel besser sind?
Das kann durchaus passieren – und ist überhaupt kein Problem. Ein erfahrener Golfer erwartet von einem Anfänger nicht, dass er 75 Schläge spielt. Entscheidend ist vielmehr, dass du aufmerksam bist und den Spielfluss nicht unnötig aufhältst.
Du kannst 110 Schläge benötigen und trotzdem ein gutes Spieltempo einhalten. Umgekehrt kann ein sehr guter Golfer mit einer endlosen Vorbereitung jeden Flight hinter sich ausbremsen. Hat deine Gruppe deutlich den Anschluss verloren und wartet eine schnellere Gruppe ständig hinter euch, lasst sie bei einer geeigneten und sicheren Gelegenheit durchspielen. Auch die DGV-Platzreife behandelt genau dieses Verhalten als Bestandteil eines zügigen Spielflusses.
Brauchst du vor jedem Schlag einen Probeschwung?
Du darfst einen machen, musst es aber nicht. Ein Probeschwung kann helfen, ein Gefühl für die Bewegung oder eine besondere Lage zu bekommen. Drei oder vier Probeschwünge vor jedem Ball verlängern dagegen die Runde erheblich, ohne automatisch bessere Schläge zu produzieren.
Eine einfache Routine genügt: Ziel ansehen, Schlag vorbereiten, bei Bedarf einen Probeschwung machen – und spielen.
Wo stellst du dein Bag oder deinen Trolley ab?
Versuche auf dem Platz immer schon einen Schritt vorauszudenken. Am Grün solltest du dein Bag oder deinen Trolley auf der Seite abstellen, die zum nächsten Abschlag führt. Genau dieses Verhalten findet sich auch in den aktuellen Fragen zur DGV-Platzreife.
Liegt der nächste Abschlag hinter dem Grün, solltest du dein Bag also nicht 50 Meter davor stehen lassen. Sonst musst du nach dem Einlochen zurücklaufen, während die Gruppe hinter dir wartet. Stelle dein Bag außerdem nicht auf dem Grün ab und beachte die Hinweise des Clubs zur Nutzung von Trolleys und insbesondere Golfcarts.
4. Wenn der Ball verschwindet: Keine Panik
Was machst du, wenn dein Ball in Richtung Wald fliegt?
Zunächst: Schau ihm so lange wie möglich nach. Viele Bälle werden nur deshalb nicht gefunden, weil der Spieler nach einem schlechten Schlag sofort wegschaut. Merke dir einen Baum, Busch, Pfosten oder einen anderen festen Orientierungspunkt in der Richtung, in der der Ball verschwunden ist.
Könnte dein Ball außerhalb einer Penalty Area verloren oder im Aus sein, solltest du vor dem Weitergehen ausdrücklich einen provisorischen Ball ankündigen und spielen. Wird der ursprüngliche Ball tatsächlich nicht gefunden oder liegt er im Aus, erspart dir der provisorische Ball möglicherweise den Weg zurück zur Stelle des vorherigen Schlags. Die Golfregeln verlangen dabei, dass deutlich gemacht wird, dass es sich um einen provisorischen Ball handelt.
Wie lange darfst du einen Ball suchen?
Drei Minuten ab Beginn der Suche. Alle Mitspieler dürfen natürlich helfen. Wurde der Ball nach Ablauf dieser drei Minuten nicht gefunden, gilt er als verloren.
Für deine ersten Runden empfiehlt es sich deshalb, Bälle zu verwenden, deren Verlust keine persönliche Finanzkrise auslöst. Eine Tasche voller Premiumbälle ist für die ersten Begegnungen mit Rough, Wald und Wasser nicht unbedingt erforderlich.
Was passiert, wenn du keinen provisorischen Ball gespielt hast?
Ist dein Ball verloren oder im Aus, musst du nach der normalen Regel von der Stelle des vorherigen Schlags erneut spielen und einen Strafschlag hinzurechnen. Diese Regel wird als Schlag und Distanzverlust bezeichnet. randa.org
Manche Golfanlagen setzen zusätzlich eine Platzregel in Kraft, die unter bestimmten Voraussetzungen eine andere Möglichkeit bietet. Für deine erste Runde musst du diese Sonderfälle nicht auswendig lernen. Frage im Sekretariat nach den geltenden Platzregeln. Der wichtigste Grundsatz bleibt einfach: Könnte dein Ball außerhalb einer Penalty Area verloren oder im Aus sein, spiele einen provisorischen Ball.
Wie droppt man einen Ball richtig?
Früher oder später wirst du in eine Situation kommen, in der du nach den Regeln einen Ball droppen darfst oder musst. Das Grundprinzip ist einfach: Der Ball wird aus Kniehöhe senkrecht nach unten in den vorgeschriebenen Erleichterungsbereich gedroppt.
Schwieriger als das Droppen selbst ist meist die Frage, wo sich dieser Erleichterungsbereich befindet. Wenn du bei deinen ersten Runden unsicher bist, frage einen erfahreneren Mitspieler. Viele Golfregeln lassen sich auf dem Platz wesentlich leichter verstehen als beim theoretischen Auswendiglernen.
5. Bunker und Grün: Den Platz respektieren
Wie betrittst du einen Bunker?
Betritt und verlasse einen Bunker nach Möglichkeit an seiner flachsten Stelle, statt eine steile Bunkerkante hinunter- oder hinaufzuklettern. So beschädigst du den Bunker weniger und verringerst gleichzeitig die Gefahr auszurutschen.
Vor dem Schlag darfst du den Sand nicht absichtlich mit dem Schläger testen oder den Schläger unmittelbar vor oder hinter deinem Ball aufsetzen. Auch bei einem Probeschwung darf der Schläger den Sand nicht berühren. Nach dem Schlag harkst du deine Fußspuren und die entstandenen Spuren so gut wie möglich glatt.
Was machst du mit einer Pitchmarke auf dem Grün?
Ein hoch auf dem Grün landender Ball kann eine kleine Vertiefung hinterlassen: die Pitchmarke. Bessere sie mit einer Pitchgabel aus.
Du darfst außerdem die meisten anderen Beschädigungen des Grüns reparieren, darunter auch Schäden durch Schuhe. Der Grundgedanke ist einfach: Versuche, den Golfplatz mindestens so ordentlich zu hinterlassen, wie du ihn vorgefunden hast.
Muss die Fahne beim Putten aus dem Loch?
Nein. Nach den heutigen Golfregeln darfst du putten, während der Flaggenstock im Loch bleibt. Er kann je nach Situation aber auch entfernt werden.
Bei einer privaten Runde genügt eine kurze Absprache mit deinen Mitspielern. Nach einigen Löchern wird dieser Ablauf ohnehin selbstverständlich.
Wo stehst du, wenn ein anderer Spieler puttet?
Vermeide Bewegungen während seines Schlags und stelle dich nicht unnötig in die Verlängerung seiner Puttlinie. Achte außerdem darauf, nicht über die Linie zwischen Ball und Loch zu laufen.
Während andere Spieler putten, kannst du bereits deine eigene Linie ansehen und dich auf deinen Schlag vorbereiten, solange du niemanden störst. Ist das Loch beendet, verlasst das Grün zügig. Die Schlagzahl wird am nächsten Abschlag oder auf dem Weg dorthin notiert – auch dies entspricht der Empfehlung des DGV für einen flüssigen Spielablauf.
6. Wenn ein Loch völlig schiefgeht
Musst du jedes Loch zu Ende spielen?
Das hängt von der Spielform ab. Bei einer privaten Runde ohne offizielles Ergebnis gibt es keinen Grund, aus einem katastrophalen Loch eine Ausdauerprüfung zu machen. Wenn deine Mitspieler bereits auf dem Grün stehen und du deinen neunten Schlag noch zwischen den Bäumen spielst, kann es vernünftig sein, den Ball aufzunehmen.
In einem Zählspiel-Turnier sieht das anders aus: Dort musst du jedes Loch beenden. Beim Stableford dagegen kannst du den Ball aufnehmen, sobald du auf diesem Loch keinen Punkt mehr erzielen kannst. Gerade für Amateurspieler ist Stableford deshalb angenehm: Ein einziges katastrophales Loch zerstört nicht zwangsläufig die gesamte Runde und muss den Spielfluss nicht unnötig bremsen.
Welchen Score solltest du als Anfänger notieren?
Bei deinen ersten privaten Runden kannst du einfach jeden Schlag zählen, wenn du deine Entwicklung beobachten möchtest. Wenn du regelmäßiger spielst, wirst du allerdings schnell mit Stableford und dem Handicap-Index in Berührung kommen.
Beim Stableford wird dein Ergebnis auf jedem Loch abhängig von deinem Score und deinen Vorgabeschlägen in Punkte umgerechnet. Ein sehr schlechtes Loch kann deshalb mit null Punkten enden, ohne die gesamte Runde zu ruinieren. Für die Handicap-Berechnung wirst du außerdem dem Begriff Netto-Doppelbogey begegnen. Du musst diese Berechnungen bei deiner ersten Runde nicht beherrschen.
Merke dir zunächst nur den entscheidenden Unterschied: Im klassischen Zählspiel-Turnier muss jedes Loch beendet werden; beim Stableford kannst du den Ball aufnehmen, sobald du keinen Punkt mehr erzielen kannst.
7. Am 18. Grün: Deine erste Runde ist geschafft
Was passiert nach dem letzten Putt?
Du hast deinen letzten Putt am 18. Loch eingelocht. Bevor du ausführlich analysierst, wie dich der Dreiputt gerade die historische 108 gekostet hat, verlass zuerst das Grün, damit die Gruppe hinter euch weiterspielen kann.
Traditionell bedanken oder verabschieden sich die Spieler nach der Runde voneinander. Habt ihr an einem Turnier teilgenommen, kontrolliert anschließend die Scorekarte und folgt dem vom Club vorgesehenen Verfahren zur Abgabe oder elektronischen Bestätigung. Bei einer privaten Runde kannst du dein Ergebnis eintragen, deine Ausrüstung verstauen und dich anschließend auf den Weg ins Clubhaus machen.
Und was ist mit dem „19. Loch“?
Du wirst es auf keiner Platzübersicht finden, trotzdem weiß fast jeder Golfer, wo es liegt. Das „19. Loch“ ist die traditionelle Bezeichnung für die Gastronomie oder Bar im Clubhaus, in der man sich nach der Runde trifft.
Dort lernst du möglicherweise auch eine der ältesten ungeschriebenen Golftraditionen kennen: Der fantastische Schlag auf der 7 wird jedes Mal ein wenig besser, wenn du davon erzählst. Die drei verlorenen Bälle davor werden dagegen erstaunlich schnell unwichtig.
10 Dinge, die du vor deiner ersten Golfrunde wissen solltest
1. Sicherheit geht vor. Spiele niemals, wenn dein Ball die Gruppe vor dir erreichen könnte. Fliegt dein Ball in Richtung anderer Menschen, rufe sofort laut „Fore!“.
2. Fang ruhig klein an. Ein Kurzplatz oder neun Löcher sind genauso echtes Golf.
3. Wähle Abschläge, die zu deinem Spiel und deinen Schlagweiten passen. Weiter vorne abzuschlagen ist kein Schummeln.
4. Sei spielbereit, wenn du an der Reihe bist. Damit sparst du mehr Zeit, als wenn du zwischen den Schlägen schneller läufst.
5. Nutze Ready Golf bei privaten Runden. Wenn du bereit bist und sicher spielen kannst, musst du nicht unnötig warten.
6. Beobachte deinen Ball bis zum Ende und spiele bei Bedarf einen provisorischen Ball. Das erspart lange Suchen und möglicherweise den Weg zurück.
7. Für die Ballsuche hast du maximal drei Minuten. Danach geht es weiter.
8. Mach aus einem katastrophalen Loch keine Ausdauerprüfung, wenn die Spielform das Aufnehmen erlaubt. Beim Stableford kannst du aufheben, sobald kein Punkt mehr möglich ist.
9. Kümmere dich um den Platz. Harke Bunker, bessere Pitchmarken aus und stelle Bag oder Trolley sinnvoll ab.
10. Sag ruhig, dass du Anfänger bist. Eine Frage zu stellen ist immer besser, als eine Regel zu erfinden.
Zum Schluss
Deine erste Golfrunde wird wahrscheinlich wenig mit deinen Trainingseinheiten auf der Driving Range gemeinsam haben. Du wirst schlechte Schläge machen, vielleicht einige Bälle verlieren, einmal am falschen Ort stehen, ein Wedge neben einem Grün vergessen oder in eine Regelsituation geraten, die für alle anderen völlig selbstverständlich zu sein scheint. Das gehört dazu.
Die Golfer, die sich heute vollkommen selbstverständlich auf dem Platz bewegen, hatten ebenfalls einen ersten Abschlag, einen ersten verlorenen Ball, einen ersten Bunker und eine erste Scorekarte, die sie kaum verstanden haben. Versuche deshalb nicht zu beweisen, dass du bereits alles weißt. Achte auf deine Mitspieler, spiele sicher, respektiere den Platz und frage nach, wenn du unsicher bist.
An deine erste Scorekarte wirst du dich wahrscheinlich nicht lange erinnern. Deine erste richtige Golfrunde kann dagegen über etwas viel Wichtigeres entscheiden: ob du Lust bekommst, auch die nächste zu spielen.
