Garmin Approach R50 Launch Monitor in einem Indoor-GolfsimulatorGarmin Approach R50, zwei Jahre später: Messgenauigkeit, Simulator-Funktionen, Software-Updates und Praxiseinsatz im Check.

Dieser Artikel wurde ursprünglich nach der Markteinführung des Garmin Approach R50 veröffentlicht und im September 2026 vollständig überarbeitet. Die ersten aussagekräftigen Genauigkeitsvergleiche stammen hauptsächlich aus dem Zeitraum Ende 2024 bis zum ersten Halbjahr 2025. Seitdem gibt es deutlich mehr Praxiserfahrungen, und Garmin hat die Software erheblich weiterentwickelt. Deshalb greifen wir unsere ursprüngliche Analyse erneut auf und unterscheiden dabei zwischen dem, was die verfügbaren Messungen tatsächlich belegen, und dem, was noch überprüft werden muss.

Als der Garmin Approach R50 Ende 2024 auf den Markt kam, brachte er fast alles mit, was nötig war, um den Markt für Launch Monitore in Bewegung zu bringen: drei Hochgeschwindigkeitskameras, mehr als 15 Ball- und Schlägerdaten, einen 10 Zoll großen Farb-Touchscreen – das entspricht 25,4 Zentimetern Bildschirmdiagonale – und vor allem die Möglichkeit, das Gerät ohne zusätzlichen Computer oder Tablet zu verwenden.

Garmin brachte den R50 in Europa zu einem Premiumpreis auf den Markt, der dennoch deutlich unter den Kosten professioneller Systeme lag, mit denen das Gerät von Beginn an verglichen wurde. Der Hersteller warb außerdem mit mehr als 43.000 über Home Tee Hero verfügbaren Golfplätzen, einer Akkulaufzeit von bis zu vier Stunden sowie der Möglichkeit, den R50 entweder eigenständig oder in Verbindung mit einem externen Bildschirm beziehungsweise Projektor zu nutzen.

Der Vergleich mit TrackMan 4 war damit praktisch vorprogrammiert.

Genau das war auch der Ausgangspunkt unseres ursprünglichen Artikels. Handicap Golf stellte beide Geräte nebeneinander und schlug neun Bälle: drei mit einem Eisen 7, drei mit einem Sand Wedge und drei mit dem Driver. Einige Messwerte lagen so dicht beieinander, dass sich eine verlockende Frage stellte: War es Garmin gelungen, einen Teil der Leistungsfähigkeit eines TrackMan zu einem deutlich niedrigeren Preis anzubieten?

Rückblickend ist klar, dass neun Schläge keine ausreichend große Stichprobe darstellen, um die generelle Messgenauigkeit eines Launch Monitors zu beurteilen. Handicap Golf, ein auf Golftests und Golf-Content spezialisierter Kanal, lieferte einen interessanten Vergleich, aber kein wissenschaftliches Testprotokoll. Ebenso wenig sollte TrackMan automatisch als absolute Wahrheit betrachtet werden, bei der jeder abweichende Wert zwangsläufig falsch sein muss.

Vor allem aber greift es zu kurz, pauschal von der „Genauigkeit“ eines Launch Monitors zu sprechen, ohne zu definieren, welche Messgröße betrachtet wird und wofür sie benötigt wird.

Die in den Monaten nach der Markteinführung veröffentlichten Vergleiche zeichnen deshalb ein wesentlich differenzierteres Bild des R50: Bei bestimmten Balldaten ist er ausgesprochen überzeugend, bei einigen Schlägerdaten bestehen größere Fragezeichen. Und möglicherweise wird das Gerät gerade dann besonders interessant, wenn man es nicht mehr einfach als günstigeren TrackMan betrachtet, sondern als ein eigenständiges Produktkonzept.

Ballgeschwindigkeit, Carry und Spin: Was sagen die Messungen wirklich?

Bereits der erste Vergleich von Handicap Golf zeigte eine Eigenschaft, die später auch in anderen Tests auffiel: Die vom Garmin Approach R50 gemessene Ballgeschwindigkeit lag häufig extrem nahe an den Werten des TrackMan 4.

Beim zweiten Schlag mit dem Eisen 7 zeigte Garmin 105,0 mph gegenüber 105,1 mph beim TrackMan. Mit dem Sand Wedge waren es 70,9 mph beim R50 gegenüber 70,8 mph beim TrackMan. Bei einem weiteren Drive wurden 148,5 mph mit Garmin gegenüber 149 mph mit TrackMan gemessen.

Neun Schläge beweisen für sich genommen nichts. Sie lieferten lediglich einen ersten Hinweis.

Anfang 2025 begann Carl’s Place mit einem umfangreicheren Vergleich zwischen dem Garmin R50 und einem TrackMan 4. Wegen der winterlichen Bedingungen in Wisconsin fanden die ersten Tests in einer Indoor-Umgebung statt, unter anderem mit Titleist-RCT-Bällen.

Mit dem Driver ermittelte der R50 eine durchschnittliche Ballgeschwindigkeit von 146,6 mph beziehungsweise 235,9 km/h, während TrackMan 146,4 mph beziehungsweise 235,6 km/h anzeigte. Carl’s Place errechnete daraus eine durchschnittliche Abweichung von lediglich 0,82 Prozent.

Beim Eisen 6 betrug die Abweichung der Ballgeschwindigkeit 0,72 Prozent. Beim Pitching Wedge sank sie auf nur noch 0,15 Prozent.

Zumindest bei der Ballgeschwindigkeit ergibt sich aus den verschiedenen verfügbaren Tests somit ein ziemlich einheitliches Bild.

Bei der Carry-Distanz ist mehr Vorsicht geboten.

Mit dem Driver ermittelte Carl’s Place 218,4 Yards mit dem R50 gegenüber 226 Yards mit TrackMan. Das entspricht ungefähr 199,7 gegenüber 206,7 Metern und einer angegebenen Differenz von 4,01 Prozent.

Beim Eisen 6 zeigte Garmin 175,5 Yards gegenüber 181 Yards an, also rund 160,5 gegenüber 165,5 Metern und damit 3,14 Prozent Unterschied. Beim Pitching Wedge rückten die Werte deutlich näher zusammen: 126,41 gegenüber 128,5 Yards, also etwa 115,6 gegenüber 117,5 Metern und 1,65 Prozent Differenz.

Beim Spin ergibt sich ein ähnliches Bild. Mit dem Driver errechneten die Tester eine durchschnittliche Differenz von 7,27 Prozent, wobei sie darauf hinwiesen, dass ein besonders stark abweichender Schlag den Durchschnitt deutlich beeinflusste. In dieser Testreihe zeigte der R50 beim Driver außerdem tendenziell etwas höhere Spinwerte als TrackMan. Beim Eisen 6 sank die durchschnittliche Differenz auf 1,18 Prozent, beim Pitching Wedge auf lediglich 0,79 Prozent.

Dabei muss allerdings klar sein, was ein solcher Test tatsächlich misst.

Er zeigt, wie stark zwei Messinstrumente übereinstimmen oder voneinander abweichen. Er beweist nicht automatisch, welches der beiden Geräte den exakten Wert liefert.

TrackMan 4 arbeitet insbesondere mit Radartechnologie, während der R50 ein photometrisches System ist, das Ball und Schläger mit drei Hochgeschwindigkeitskameras beobachtet. Ein Vergleich zwischen beiden ist äußerst aufschlussreich. TrackMan grundsätzlich als vollkommen exakte physikalische Referenz zu behandeln, ist dagegen problematischer.

Genau deshalb ist der zweite Teil des Tests von Carl’s Place möglicherweise noch interessanter.

Die Tester nahmen den R50 mit nach draußen und verglichen die von Garmin angegebenen Carry-Distanzen mit den tatsächlich beobachteten Flugweiten.

Mit dem Driver betrug die durchschnittliche Abweichung 6,9 Yards beziehungsweise 3,4 Prozent. Einige Schläge lagen weniger als einen Yard von der beobachteten Distanz entfernt, während andere erheblich größere Abweichungen aufwiesen. Der größte Unterschied betrug 34 Yards. Weitere auffällige Abweichungen lagen bei 27, 16 und 12 Yards.

Beim Eisen 6 betrug die durchschnittliche Differenz 5,5 Yards beziehungsweise 3,7 Prozent. Das Pitching Wedge erwies sich als problematischer, insbesondere wenn die höheren Flugkurven von Windböen beeinflusst wurden. Über alle drei getesteten Schläger hinweg errechnete Carl’s Place schließlich eine durchschnittliche Abweichung von 3,72 Prozent zwischen den vom R50 angegebenen Carry-Distanzen und den im Freien beobachteten Weiten.

Eine weitere Beobachtung ist ebenfalls interessant. Neben der reinen Distanz berichtete Carl’s Place, dass Startrichtung und generelle Flugkurve auf dem R50 gut mit dem tatsächlich beobachteten Ballflug übereinstimmten.

Für einen Amateur, der in erster Linie an Streuung und Flugkurve arbeitet und weniger daran interessiert ist, ob ein Ball einige hundert Umdrehungen pro Minute mehr oder weniger Spin produziert, ist diese Übereinstimmung keineswegs nebensächlich.

Auch dieser Outdoor-Test war kein Laborexperiment. Die Tester weisen selbst auf den Einfluss des Windes hin, insbesondere bei höheren Flugkurven. Trotzdem liefert er etwas, das beim reinen Vergleich R50 gegen TrackMan fehlt: eine Überprüfung anhand des tatsächlichen Ballflugs.

Dabei sollte auch der kommerzielle Hintergrund der Quelle berücksichtigt werden. Carl’s Place verkauft Golfsimulator-Equipment, darunter auch Garmin-Produkte. Der Test ist detailliert und interessant, stammt aber von einem Unternehmen, das selbst in diesem Markt tätig ist.

Trotz dieser Einschränkung zeigen die Ergebnisse etwas anderes als das implizite Versprechen mancher früher Launch-Videos: Bei einem Schlag kann der R50 extrem nahe an der Referenz liegen, beim nächsten deutlich weniger.

Für einen Amateur, der wissen möchte, ob sein Eisen 6 ungefähr 160 oder 165 Meter weit fliegt, kann das Gerät die Anforderungen problemlos erfüllen. Für einen professionellen Fitter, der feststellen möchte, ob ein anderer Schaft exakt drei Meter mehr Carry erzeugt, gelten andere Maßstäbe.

Die Schlägerdaten bleiben der wichtigste Unsicherheitsfaktor

Die ersten Vorbehalte gegenüber dem R50 betrafen schon bei seiner Markteinführung weniger die Ball- als vielmehr die Schlägerdaten.

Beim Vergleich von Handicap Golf lagen einige Messwerte nahezu identisch. Bei einem Schlag mit dem Eisen 7 wurde beispielsweise die Schlagflächenstellung von Garmin mit 4,9 Grad links und von TrackMan mit 5 Grad links angegeben.

Andere Werte waren deutlich weniger beruhigend. Bei einem Schlag mit dem Sand Wedge zeigte der R50 einen Face-to-Path-Wert von 3 Grad links, TrackMan dagegen 10 Grad rechts. Auch beim Attack Angle entstanden bei mehreren Schlägen Unterschiede von mehreren Grad.

Noch einmal: Drei Schläge mit jedem Schläger reichen nicht aus, um daraus einen verlässlichen Trend abzuleiten.

Einer der ersten ausführlicheren Tests des R50 wurde am 2. Januar 2025 von Matt Saternus bei Plugged In Golf veröffentlicht. Dabei wurde der Garmin mit einem Foresight GCQuad verglichen. Die Balldaten lagen laut Test sehr dicht an den Werten des GCQuad, während einige Schlägerdaten weniger überzeugend ausfielen.

Trotz der Verwendung der von Garmin vorgesehenen reflektierenden Sticker berichtete Saternus, dass bei einigen Schlägen überhaupt keine Schlägerdaten angezeigt wurden und andere Messwerte deutlich von den GCQuad-Daten abwichen.

Besonders interessant ist der Attack Angle. In den Kommentaren unter dem Test berichtete ein Besitzer des R50 von Abweichungen zwischen zwei und vier Grad gegenüber TrackMan 4. Als Beispiel nannte er bei einem Eisen 7 ungefähr -4 Grad auf TrackMan gegenüber -7,5 Grad oder noch steileren Werten beim Garmin.

Dabei handelt es sich lediglich um die Erfahrung eines einzelnen Nutzers und nicht um einen kontrollierten Test. Saternus antwortete jedoch, dass auch er bei den Schlägerdaten teilweise extremere Attack-Angle-Werte beobachtet hatte.

Plugged In Golf verwendet zudem Affiliate-Links. Das sollte bei der Einordnung der Quelle berücksichtigt werden, ohne dass dadurch die dort gemachten Beobachtungen automatisch entwertet werden.

Für Golfer ist die Unterscheidung zwischen Ball- und Schlägerdaten alles andere als theoretisch.

Drei Meter Differenz bei einer Carry-Distanz von 180 Metern entsprechen ungefähr 1,7 Prozent. Für einen Spieler, der die grundsätzlichen Schlagweiten seiner Schläger bestimmen möchte, kann das völlig ausreichend sein.

Eine Abweichung von zwei oder drei Grad beim Attack Angle kann dagegen zu einer deutlich anderen Interpretation des Schwungs führen, insbesondere bei einem Fitting oder bei technischen Veränderungen.

Zu sagen, der Garmin R50 sei „präzise“, ist deshalb selbst nicht präzise genug.

Die entscheidenden Fragen lauten: Bei welcher Messgröße ist er präzise, wie reproduzierbar ist dieser Wert und welche Entscheidung soll auf dieser Grundlage getroffen werden?

Ein wichtiger Vorbehalt: Die Genauigkeitstests wurden mit älterer Software durchgeführt

Das ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt, den wir gegenüber unserer ursprünglichen Analyse ergänzen müssen.

Die oben genannten Messungen sind nicht aktuell. Plugged In Golf veröffentlichte seinen Indoor-Test am 2. Januar 2025. Carl’s Place begann wegen des Winters in Wisconsin zunächst ebenfalls in Innenräumen. Die veröffentlichten Aufnahmen lassen sich unter anderem auf den 14. April 2025 für den Indoor-Test und den 29. Mai 2025 für den Outdoor-Test datieren.

Mit anderen Worten: Keiner dieser Vergleiche wurde mit der Software durchgeführt, die im September 2026 auf dem Garmin R50 verfügbar ist.

Garmin hat inzwischen die System Software 5.0.0 zusammen mit GLM 4.3.0 veröffentlicht. Das Update steht mittlerweile allen R50-Nutzern zur Verfügung. Neben neuen Funktionen nennt Garmin auch Fehlerkorrekturen und Leistungsverbesserungen.

Änderungen an der GLM-Software können potenziell die Verarbeitung der Daten und die Berechnung des Ballflugs beeinflussen. Deshalb wäre es voreilig anzunehmen, dass sämtliche 2024 oder 2025 festgestellten Abweichungen heute exakt in derselben Form auftreten.

Nach unserem Kenntnisstand wurde bislang kein ausreichend dokumentierter Vergleichstest veröffentlicht, der diese Messungen mit System Software 5.0.0 und GLM 4.3.0 wiederholt.

Damit bleibt eine wichtige Frage offen: Hat Garmin seit der Markteinführung lediglich die Benutzererfahrung erweitert oder auch die Konsistenz bestimmter Messungen verbessert?

Um das beantworten zu können, ist ein neuer Vergleich erforderlich.

Der R50 von September 2026 ist ein umfassenderes Produkt

Während sich die Hardware grundsätzlich nicht verändert hat, wurde die Softwareumgebung deutlich weiterentwickelt.

Garmin verfolgte bereits 2024 einen ungewöhnlichen Ansatz, indem der Launch Monitor selbst gleichzeitig zum Simulator-Terminal wurde. Auf dem 10-Zoll-Touchscreen lassen sich Messdaten, Impact-Videos und Home Tee Hero direkt auf dem Gerät anzeigen. Zusätzlich kann der R50 an einen externen Bildschirm oder Projektor angeschlossen werden. Garmin gibt eine Akkulaufzeit von bis zu vier Stunden an.

Mit Version 5.0.0 wird insbesondere der Trainingsbereich deutlich erweitert.

Die neue Funktion Bag Mapping ermöglicht es, die durchschnittliche Distanz jedes Schlägers zu messen und zu verfolgen. Garmin hat außerdem spezielle Ansichten für Distanzkontrolle und Flugkurven ergänzt. Auf der Driving Range lässt sich nun eine Zieldistanz festlegen. Auch die Luftansicht und die allgemeine Benutzerführung des Practice-Modus wurden überarbeitet.

Home Tee Hero wurde ebenfalls erweitert. Spieler können nun auf dem Grün chippen oder in dessen Nähe putten, Auto-Putt-Distanzen individuell einstellen und ihre Position auf dem Abschlag verändern. Garmin ergänzt vordere Abschläge sowie Match Play, Skins und Stableford. Im Multiplayer-Modus können inzwischen bis zu acht Spieler teilnehmen. Hinzu kommen neue Schlägerkategorien wie Approach Wedge, Approach Wedge Hybrid und Mini Driver.

Keine dieser Funktionen beweist, dass die drei Kameras einen Golfball heute besser messen als 2024. Sie zeigen aber etwas anderes: Der Wert eines modernen Launch Monitors hängt nicht mehr ausschließlich von seinen Sensoren ab. Ebenso entscheidend sind Software, Benutzeroberfläche und die Fähigkeit des Herstellers, ein Produkt nach der Markteinführung weiterzuentwickeln.

Zwei Jahre nach dem Start spricht dieser Aspekt für den R50.

Der größte Vorteil des R50 besteht vielleicht gar nicht darin, TrackMan zu ersetzen

Genau hier hat sich unsere Einschätzung seit der Markteinführung am stärksten verändert.

Die ursprüngliche Frage – „Kann man einen TrackMan für deutlich weniger Geld bekommen?“ – war attraktiv, aber wahrscheinlich falsch gestellt.

Ein Fitting-Center, ein Golflehrer oder eine professionelle Anlage kauft nicht lediglich ein Gerät, das Ballgeschwindigkeit und Carry anzeigt. Es geht um eine Arbeitsplattform, ein Software-Ökosystem und Analysewerkzeuge, bei denen Genauigkeit und vor allem Wiederholbarkeit Entscheidungen über sehr kleine Veränderungen ermöglichen müssen.

Ein privater Golfer kann völlig andere Anforderungen haben.

Beim R50 wird das Gerät neben der Schlagzone aufgestellt und eingeschaltet. Sofort stehen ein Bildschirm, eine Trainingsumgebung, Messdaten und eine Simulationsplattform zur Verfügung. Wer ein größeres Bild möchte, kann einen externen Bildschirm oder Projektor anschließen.

Diese Eigenständigkeit ist möglicherweise eine der wichtigsten Innovationen des Produkts.

Sie hat allerdings ihren Preis. Garmin brachte den R50 in Europa zu einem Preisniveau von rund 5.000 Euro auf den Markt. Für den vollständigen Zugriff auf Home Tee Hero ist zudem eine aktive Garmin-Golf-Mitgliedschaft erforderlich. In Frankreich wird die Premium-Mitgliedschaft derzeit mit 9,99 Euro pro Monat beziehungsweise 99,99 Euro pro Jahr angeboten.

Bei unverändertem Jahrespreis würden fünf Jahre Mitgliedschaft also noch einmal rund 500 Euro kosten.

Doch nur den Preis des Geräts zu betrachten, wäre ebenfalls irreführend. Durch Bildschirm und integrierte Software können beim R50 zusätzliche Geräte entfallen, die bei anderen Lösungen benötigt werden. Wer dagegen einen vollständigen Simulator mit Projektion aufbauen möchte, braucht weiterhin eine hochwertige Schlagmatte, einen Impact Screen oder ein Netz, einen Projektor und ausreichend Platz für eine sichere Installation.

Damit stellt sich eine weitere interessante Frage: Sollte man bei einem Gesamtbudget von 5.000 bis 6.000 Euro einen R50 kaufen oder weniger Geld in den Launch Monitor und dafür mehr in die eigentliche Simulator-Umgebung investieren?

Diese Frage verdient eine eigene Untersuchung.

Zwei Jahre später lässt sich das Versprechen besser einordnen

Der Garmin Approach R50 hat den TrackMan 4 nicht überflüssig gemacht. Die verfügbaren Daten erlauben auch nicht die Behauptung, dass er grundsätzlich dieselbe Messgenauigkeit zu einem wesentlich niedrigeren Preis bietet.

Dennoch lassen sich aus den vorhandenen Tests einige Erkenntnisse ableiten.

Die Vergleiche aus den Jahren 2024 und 2025 zeigen eine bemerkenswert hohe Übereinstimmung bei der Ballgeschwindigkeit und insgesamt konsistente Ergebnisse bei mehreren weiteren Balldaten. Bei Carry und Spin können größere Unterschiede auftreten. Bei den Schlägerdaten ist mehr Vorsicht angebracht, insbesondere beim Attack Angle in den Tests, die diesen Wert genauer untersucht haben.

Der Outdoor-Test von Carl’s Place liefert dabei einen besonders interessanten Anhaltspunkt. Im Vergleich nicht nur mit TrackMan, sondern mit den tatsächlich beobachteten Carry-Distanzen kam der R50 über die drei getesteten Schläger auf eine durchschnittliche Abweichung von 3,72 Prozent. Windige Bedingungen und einzelne deutlich größere Fehler verhindern, dass daraus eine messtechnische Validierung wird. Der Test bringt die Untersuchung aber zumindest näher an die Realität auf dem Golfplatz.

Eine Unbekannte bleibt im September 2026 bestehen: Die wichtigsten verfügbaren Genauigkeitsvergleiche wurden mit älteren Softwareversionen durchgeführt. Ein neuer Test mit System Software 5.0.0 und GLM 4.3.0 wäre notwendig, um festzustellen, ob einige der 2024 und 2025 beobachteten Abweichungen heute noch bestehen.

Für einen Clubfitter oder Golflehrer, der Entscheidungen anhand sehr kleiner Veränderungen bei Club Path, Face Angle oder Attack Angle trifft, ist diese Unsicherheit relevant.

Für einen privaten Golfer, der seine Schlagweiten bestimmen, Flugkurven trainieren, seine Ballkontakte analysieren und möglichst unkompliziert eine vollständige Simulationsumgebung nutzen möchte, sieht das Anforderungsprofil anders aus.

Und genau darin liegt vermutlich der Grund, weshalb der R50 besser gealtert ist, als es die ersten Vergleiche vermuten ließen.

2024 schien Garmin vor allem ein Gerät anzubieten, das sich den professionellen Referenzsystemen für erheblich weniger Geld annähern sollte. Zwei Jahre später liegt die eigentliche Stärke des R50 möglicherweise woanders: Er vereint einen hochwertigen photometrischen Launch Monitor, eine eigenständige Analysekonsole und einen transportablen Golfsimulator in einem einzigen Gerät.

Die eigentliche Revolution bestand vielleicht nicht darin, exakt wie TrackMan zu messen.

Vielleicht bestand sie darin, dass man deutlich weniger zusätzliche Technik rund um einen Launch Monitor benötigt, bevor man ihn wirklich sinnvoll nutzen kann.

Und unter diesem Gesichtspunkt wirkt der Garmin Approach R50 heute relevanter als am Tag seiner Markteinführung.

Von Laurent Agostini

Laurent Agostini ist seit 2010 als Golfjournalist tätig. Er ist Gründer von MyGolfMedia und Autor mehrerer Golfbücher, darunter *Penser avant de swinguer*. Er beschäftigt sich mit aktuellen Entwicklungen im Golfsport, Technologien, Ausrüstung und Methoden zur Spielverbesserung. Seine journalistische Arbeit zeichnet sich durch einen unabhängigen Ansatz aus, der auf Fakten, Daten und den Erfahrungen von Golfexperten basiert.

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