Marcel Siem bei den FedEx Open de France 2026 auf Le Golf NationalMarcel Siem wurde bei den FedEx Open de France 2026 mit zehn unter Par geteilter 14. und war damit der beste Deutsche im Feld.

2012 gewann Marcel Siem die Open de France auf Le Golf National mit acht unter Par. 14 Jahre später kehrte der inzwischen 46-Jährige auf den Albatros-Kurs zurück und spielte ihn besser als damals: 274 Schläge, zehn unter Par. Für einen zweiten Sieg reichte das nicht, denn Matt Fitzpatrick war mit -20 außer Reichweite. Siem wurde geteilter 14. und bester von sieben Deutschen im Feld.

Zehn unter Par – und doch „nur“ T14

Die Zahl ist bemerkenswert. 2012 genügten Siem 276 Schläge, um die Trophäe zu gewinnen. 2026 blieb er zwei Schläge darunter und landete damit im geteilten 14. Rang.

Ein direkter Vergleich hat Grenzen. Le Golf National wurde umfassend renoviert, die Bahnen 4, 5 und 6 wurden neu gestaltet, und die Open de France war 2025 nach Saint-Nom-la-Bretèche ausgewichen. Wetter, Material und Feld sind andere. Doch eines zeigt die Zahl eindeutig: Siem ist nicht als Erinnerung an 2012 nach Paris zurückgekehrt, sondern als Spieler, der diesen Platz noch immer beherrscht.

2012: Ein Schlag vor Molinari

Am 8. Juli 2012 gewann Siem die damalige Alstom Open de France mit Runden von 68, 68, 73 und 67, einen Schlag vor Francesco Molinari. Es war sein zweiter Einzeltitel auf der European Tour, acht Jahre nach dem ersten. Drei Jahre zuvor hatte Martin Kaymer dasselbe Turnier gewonnen. Zwei deutsche Sieger innerhalb von vier Jahren: Le Golf National hat eine deutsche Geschichte.

Freitag: Die 64 ohne Fehler

Nach einer soliden 69 zum Auftakt zeigte Siem am Freitag seine beste Runde der Woche. Er begann mit einem Birdie an der schwierigen 1 nach einem starken Approach und legte am Par 5 der 3 nach. Am Ende standen sieben Birdies an den Löchern 1, 3, 8, 12, 13, 15 und 18 auf seiner Karte und kein einziges Bogey: eine 64, sieben unter Par.

Damit lag er bei -9 auf dem geteilten sechsten Platz, vier Schläge hinter Fitzpatrick. Ausgerechnet auf dem Platz seines größten Erfolgs in Frankreich gelang ihm die fehlerfreie Runde, die ihn zurück ins Spitzenfeld brachte.

Samstag: Kurz vor den Top 3

Am Moving Day bestätigte Siem seine Form. Nach einem frühen Birdie am Par 5 der 3 kassierte er an der 5 nach einem verpassten Sand Save den Ausgleich, antwortete aber mit Birdies an der 7, 9 und 10. Nach einem weiteren Birdie am Par 5 der 14 rückte er zwischenzeitlich bis an die Top 3 heran.

Am Ende stand eine 68. Mit -12 ging Siem als geteilter Achter in die Finalrunde, sieben Schläge hinter Fitzpatrick, der nach 54 Löchern bei -19 lag.

Sonntag: Die Grenze dieser Woche

Am Sonntag spielte Siem mit Guido Migliozzi, dem Sieger von 2022, und Jeff Winther: zwei ehemalige Champions dieses Turniers in einem Flight. Um den Sieg ging es für ihn angesichts von sieben Schlägen Rückstand nicht mehr, wohl aber um ein Top-10-Ergebnis.

Genau dieses Ziel entglitt ihm früh. Nach einer verzogenen Attacke hatte er am Par 5 der 3 Probleme im kurzen Spiel und notierte ausgerechnet an einer Birdie-Chance ein Bogey. An der 7 glich er aus drei Metern aus, doch ein Dreiputt am Par 3 der 8 warf ihn sofort wieder zurück. Mit einer 73 (+2) beendete er das Turnier bei -10 und fiel vom achten auf den geteilten 14. Platz.

Der Älteste ist der Beste

Sieben Deutsche waren in Paris am Start, vier erreichten das Wochenende. Hinter Siem belegte Jeremy Paul mit -7 den geteilten 33. Platz, Nicolai von Dellingshausen wurde mit -6 geteilter 37., Yannik Paul mit -3 geteilter 50. Thomas Rosenmüller (-1), Freddy Schott (+1) und Max Kieffer (+6) verpassten den Cut.

Dass ausgerechnet der älteste deutsche Spieler am Ende vorne lag, ist mehr als eine Randnotiz. Nach zuletzt zähen Monaten war die Woche in Paris für Siem das Ausrufezeichen, das er gebraucht hatte, auch wenn die Schlussrunde das ganz große Ergebnis verhinderte.

Besser als der 31-Jährige

Marcel Siem hat Le Golf National kein zweites Mal gewonnen. Aber auf der Scorecard war der 46-Jährige besser als der 31-Jährige, der hier im Juli 2012 die Trophäe in die Höhe stemmte.

Vierzehn Jahre, ein umgebauter Platz und eine neue Generation an der Spitze liegen zwischen beiden Turnieren. Und doch bleibt Le Golf National ein Ort, an dem Siems Golf funktioniert.

Von Laurent Agostini

Laurent Agostini ist seit 2010 als Golfjournalist tätig. Er ist Gründer von MyGolfMedia und Autor mehrerer Golfbücher, darunter *Penser avant de swinguer*. Er beschäftigt sich mit aktuellen Entwicklungen im Golfsport, Technologien, Ausrüstung und Methoden zur Spielverbesserung. Seine journalistische Arbeit zeichnet sich durch einen unabhängigen Ansatz aus, der auf Fakten, Daten und den Erfahrungen von Golfexperten basiert.

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