Ein Griff kostet ein paar Euro, manchmal weniger. Trotzdem kann er das Gefühl, die Balance des Schlägers und die Treffqualität verändern. Im Oktober 2026 hat JumboMax einen 38 Zentimeter langen Griff vorgestellt, der mehr Kontrolle verspricht. Ein guter Anlass, genauer hinzusehen: Was versprechen die Hersteller, was belegen die Studien, und was kann ein Golfer durch einen Griffwechsel realistisch gewinnen?
Wer zehn Meter mehr mit dem Driver will, denkt meist an einen neuen Kopf, einen neuen Schaft oder gleich einen neuen Schläger. Wer mit den Eisen konstanter spielen möchte, plant ein Fitting, eine Trainerstunde oder neues Material. Den Griff in den eigenen Händen stellt dagegen kaum jemand infrage.
Dabei ist er der einzige direkte Kontaktpunkt zwischen Körper und Schläger. Seine Größe, Oberfläche, sein Gewicht und sein Zustand beeinflussen, wie Sie den Schläger halten, wie fest Sie zugreifen und was Sie im Schwung spüren.
Die Hersteller haben das erkannt. Golf Pride baut taktile Orientierungshilfen in seine Griffe ein, um die Handposition zu erleichtern. JumboMax setzt seit Jahren auf übergroße Durchmesser, bekannt geworden vor allem durch Bryson DeChambeau. Andere Marken arbeiten an weicheren Materialien, besserem Halt bei Nässe oder an der Gewichtsverteilung.
Alle verfolgen dasselbe kommerzielle Ziel: Golfer davon zu überzeugen, dass eine relativ einfache Änderung ihr Spiel verbessert. Doch nicht alle Argumente stehen auf gleich festem Boden. Manche Studien zeigen messbare Unterschiede bei Tempo oder Treffqualität, andere finden die oft beschworenen Effekte auf die Muskulatur nicht. Und die neuesten Produkte verändern mitunter Eigenschaften des Schlägers, die das Marketing kaum erwähnt.

1. JumboMax UltraLong: 11 Zentimeter mehr – und eine Balance, die sich verschieben kann
Im Oktober 2026 hat JumboMax den JMX UltraLong vorgestellt, einen Griff mit 15 Zoll, also 38,1 Zentimetern Länge. Ein herkömmlicher Griff misst etwa 10,5 Zoll oder 26,7 Zentimeter. Das neue Modell bietet damit rund 11,4 Zentimeter zusätzliche Grifffläche und ist auch länger als die üblichen JumboMax-Griffe, die bereits 11 Zoll messen.
Das erklärte Ziel: Der Golfer soll weiter nach unten greifen können, ohne den Griff zu verlassen. Das betrifft vor allem Wedge-Schläge, Zwischendistanzen und Lagen, in denen der Ball oberhalb der Füße liegt. Wer die effektive Schlägerlänge verkürzt, kann Schwunglänge und Distanz gezielter steuern. Die Idee entspricht einem echten Bedarf, auch wenn längst nicht jeder Golfer regelmäßig kürzer greift.
Der UltraLong kostet in den USA 18,99 Dollar und ist in drei Größen erhältlich: Standard Jumbo, Medium und Extra Large. Hinter diesem schlichten Angebot verbirgt sich ein deutlicher Gewichtsunterschied. Laut MyGolfSpy wiegt der Standard 46 Gramm, der Medium 74 Gramm und der Extra Large 81 Gramm – 35 Gramm Unterschied bei identischer Länge.
Genau hier wird es interessant. JumboMax betont, wie leicht die neuen Griffe sind und wie wenig sie die Balance verändern. MyGolfSpy hat sie mit Golf Pride CP2 verglichen: 51,5 Gramm in Standard, 64 Gramm in Midsize, 81 Gramm in Jumbo. Wer einen CP2 Midsize durch einen UltraLong Standard ersetzt, nimmt am Griffende 18 Gramm weg.
Das kann das Schwunggewicht spürbar verändern, also die Verteilung der Masse um einen Referenzpunkt. Nach der Rechnung von MyGolfSpy könnte ein Schläger mit D2 danach bei etwa D5,5 oder D6 liegen. Der Schlägerkopf ist dabei kein Gramm schwerer geworden. Allein das leichtere Griffende verschiebt den Messwert und kann den Kopf schwerer wirken lassen.
Auch das Gegenteil ist möglich. Nimmt man den 64 Gramm schweren CP2 Midsize als Ausgangspunkt, bringt ein UltraLong Medium 10 Gramm mehr an die Hände, der Extra Large sogar 17 Gramm. Beide Varianten senken tendenziell das gemessene Schwunggewicht. Ein und dasselbe Griffmodell kann die Balance also je nach Größe in entgegengesetzte Richtungen verschieben.
Diese Rechnung ist keine systematische Messung an allen Schlägern. Die genaue Massenverteilung, der ersetzte Griff und der Schaft spielen ebenfalls eine Rolle. Sie zeigt aber etwas, das Kunden selten erklärt wird: Ein Griffwechsel kann Durchmesser, Länge, Gewicht und Balance gleichzeitig verändern. Wer nach dem Umgriffen einen Unterschied spürt, kann ihn nicht automatisch dem besseren Halt zuschreiben.
Der UltraLong ist eine originelle Antwort auf das Thema „kürzer greifen“. Sein Nutzen sollte aber als Ganzes bewertet werden – nicht nur über die zusätzliche Länge, die der Hersteller bewirbt.
2. Durchmesser, Griffdruck und Tempo: Was die Studien wirklich zeigen
Die Argumentation für übergroße Griffe beruht meist auf einer biomechanischen Erklärung. Ein dickerer Griff fülle die Hände besser aus, verringere den nötigen Griffdruck und begrenze übermäßige Unterarmaktivität. Weniger Spannung könne einen flüssigeren Schwung begünstigen, gerade bei Spielern, die die Schlagfläche stark manipulieren.
Die Theorie klingt schlüssig. Aber eine mechanische Theorie ist noch kein Leistungsnachweis.
2016 veröffentlichten Graeme Sorbie und Kollegen in Research in Sports Medicine eine Studie zum Einfluss des Griffdurchmessers auf die Unterarmmuskulatur und die Leistung. Fünfzehn rechtshändige Golfer, Amateure wie Profis, schlugen mit drei Griffgrößen je fünf Bälle mit dem Eisen 7. Alle Griffe stellte Golf Pride. Elektromyografie-Sensoren maßen die Muskelaktivität in den verschiedenen Schwungphasen.
Die Forscher fanden keinen statistisch signifikanten Unterschied in der Unterarmaktivität zwischen den drei Durchmessern. Die Schlägerkopfgeschwindigkeit war dagegen mit dem dünnsten Griff (Undersize) signifikant höher (p = 0,044).
Das widerspricht zumindest einem Teil des üblichen Werbeversprechens: In diesem Versuch führte ein dickerer Griff nicht zu der erwarteten messbaren Entlastung der Muskulatur. Das heißt nicht, dass dünne Griffe immer besser sind. Fünfzehn Teilnehmer und fünf Schläge pro Variante reichen für eine allgemeine Regel bei Weitem nicht, und wie sich Spieler nach einigen Wochen anpassen würden, lässt die Studie offen.
Sie erinnert aber daran, dass sich gefühlt weniger Spannung nicht zwingend in messbar geringerer Muskelaktivität niederschlägt. Ein Spieler kann sich mit einem dicken Griff wohler fühlen, ohne dadurch schneller oder konstanter zu werden.
Eine zweite Studie, 2021 im Journal of Sports Sciences erschienen, liefert eine ergänzende Perspektive. Morgan D’Arcy und Kollegen von der Deutschen Sporthochschule Köln untersuchten 28 Amateurgolfer mit TrackMan und veränderten dabei die Handposition am Schläger. Getestet wurden fünf Stellungen in 15-Grad-Schritten, von stark bis schwach. Neutrale und stärkere Griffpositionen lieferten insgesamt bessere Ergebnisse bei Genauigkeit und Weite mit dem Driver als schwache.
Diese Studie betrifft die Ausrichtung der Hände, nicht die Griffdicke – zwei Dinge, die in Ratschlägen für Amateure oft vermischt werden. Die Handposition kann direkt beeinflussen, wie die Schlagfläche zum Ball zurückkommt, während der Durchmesser vor allem das Halten des Schlägers betrifft. Ein dickerer Griff ersetzt also keine Korrektur der Handstellung, wenn diese die Ursache einer problematischen Flugkurve ist.
Komfort ist ein weiterer berechtigter Grund für einen Wechsel. Bei schmerzenden Fingern, Steifheit oder Arthrose kann ein größerer Durchmesser das Halten erleichtern, weil sich die Finger weniger weit schließen müssen. Das ist einen Versuch wert, sollte aber nicht zum Heilsversprechen werden: Keine dieser Studien zeigt, dass ein Jumbo-Griff Arthrose lindert oder Verletzungen vorbeugt.
Die Wahl des Durchmessers sollte also ein konkretes Problem lösen. Ist der aktuelle Griff unbequem, zu dünn oder zwingt er zu festem Zupacken, lohnt ein Versuch mit Midsize. Halten Sie Ihren Schläger dagegen bereits bequem und kontrollieren Sie Ihre Flugkurven, garantiert nichts, dass ein dickerer Griff hilft.
3. Neue gegen abgenutzte Griffe: Die Gewinne sind real, die Studien verdienen einen zweiten Blick
Ein glatt oder hart gewordener Griff zwingt den Spieler oft, fester zuzupacken, um sich sicher zu fühlen. Der Halt lässt nach, das Vertrauen ebenso, und die Treffqualität kann leiden. Die Hersteller begnügen sich nicht mehr mit dieser intuitiven Erklärung: Sie versuchen inzwischen zu messen, was Abnutzung an Leistung kostet.
2023 veröffentlichte Golf Pride die Ergebnisse einer Studie aus seinem Fitting-Studio in Pinehurst. Siebzehn rechtshändige Golfer mit Handicaps zwischen 0 und 5 nutzten drei 37 Zoll lange Titleist-MB-Eisen 7 mit Project-X-Schäften und Tour-Velvet-Standardgriffen. Jeder Spieler schlug mit jeder der drei Varianten zehn Bälle, gemessen mit einem TrackMan 4.
Entscheidend ist, wie die Griffe gealtert wurden. Die Forscher verwendeten keine Griffe, die tatsächlich eine oder mehrere Saisons gespielt worden waren. Sie verglichen einen neuen Griff mit zwei Griffen, die acht beziehungsweise vierundzwanzig Stunden lang in einer Kammer zur beschleunigten Bewitterung UV-Strahlung ausgesetzt waren. Das bildet einen Teil des Materialverschleißes unter kontrollierten Bedingungen nach, aber nicht unbedingt das Zusammenspiel von Schweiß, Reibung, Feuchtigkeit und wiederholtem Reinigen.
Die Ergebnisse sind dennoch aufschlussreich. Gegenüber dem 24 Stunden gealterten Griff brachte der neue Griff im Schnitt 1,3 mph (rund 2 km/h) mehr Ballgeschwindigkeit und 2,3 Yards (etwa 2,1 Meter) mehr Carry. Außerdem maßen die Forscher Unterschiede von 11 Prozent auf der horizontalen und 10 Prozent auf der vertikalen Achse bei der Verteilung der Treffpunkte auf der Schlagfläche.
Diese letzte Zahl muss man richtig lesen. Es geht nicht um 10 bis 11 Prozent weniger Streuung der Bälle auf dem Platz, sondern darum, wo der Ball die Schlagfläche getroffen hat. Konstantere Treffer können die Flugkurven verbessern, aber daraus direkt einen Präzisionsgewinn auf dem Platz abzuleiten, wäre überzogen.
Die Teilnehmer bewerteten auch, wie sicher sich die Griffe anfühlten. Vierzehn von siebzehn, also 82 Prozent, empfanden den neuen Griff als sicher oder sehr sicher – beim am stärksten gealterten Griff waren es nur 24 Prozent. Der Unterschied ist groß und bestätigt, dass die Spieler den Verlust an Halt deutlich spürten.
Bleibt die Frage der Unabhängigkeit. Durchgeführt wurde die Studie von einem Team der Eaton Corporation, dem Mutterkonzern von Golf Pride. Der Hersteller steht also in direkter Verbindung zu der Forschung, mit der er für den Griffwechsel wirbt. Das macht die Messungen nicht ungültig, mahnt aber zur Vorsicht: siebzehn Spieler mit niedrigem Handicap und simulierte Abnutzung.
Ein früherer Test von Golf Laboratories aus dem Jahr 2017, der als unabhängig bezeichnet wird, verglich neue Griffe mit Griffen, die einer simulierten Abnutzung von drei Jahren entsprachen. Dreißig Spieler schlugen mit Eisen 6 mit identischen Köpfen und Schäften. Laut Australian Golf Digest ergab sich ein Vorteil von knapp vier Metern zugunsten der neuen Griffe.
Beide Versuche weisen in dieselbe Richtung: Ein stark abgenutzter Griff kann Leistung kosten. Keiner zeigt jedoch, dass ein Golfer automatisch mehrere Meter gewinnt, wenn er noch gute Griffe austauscht. Das Ergebnis hängt vom Ausgangszustand, vom Spielniveau und von der Art ab, den Schläger zu halten.
Vor dem Umgriffen: erst reinigen
Das ist vermutlich der günstigste Rat in diesem Artikel. Schweiß, Hautfett, Staub und Sonnencremereste lagern sich mit der Zeit auf der Griffoberfläche ab. Ein Griff kann so an Halt verlieren, lange bevor das Material selbst verschlissen ist.
Bei den meisten Gummigriffen genügen lauwarmes Wasser, etwas milde Seife und eine weiche Bürste. Danach gründlich abspülen und mit einem sauberen Handtuch trocknen. Manche weicheren Materialien brauchen besondere Pflege: Halten Sie sich dann an die Herstellerangaben und verzichten Sie auf aggressive Lösemittel.
Ist der Griff sauber und trocken, lässt er sich besser beurteilen. Kommt der Halt zurück, ist ein Wechsel nicht dringend. Bleibt er hart, glänzend oder rutschig, oder zeigt er Risse und glattpolierte Stellen, ist es Zeit für einen neuen.
Golf Pride empfiehlt in der Regel, die Griffe einmal im Jahr oder nach etwa vierzig Runden zu wechseln. Das ist ein Richtwert für die Pflege, keine allgemeingültige Regel. Wer fünfzehn Runden im Jahr spielt und seine Schläger regelmäßig reinigt, nutzt seine Griffe nicht so ab wie jemand, der mehrmals pro Woche spielt und trainiert. Der tatsächliche Zustand ist der beste Maßstab.
4. Oberfläche, Ausrichtungshilfen und Putter: die anderen Stellschrauben
Durchmesser und Gewicht sind nicht die einzigen Eigenschaften eines Griffs. Oberfläche und Material prägen das Gefühl unmittelbar. Cord-Griffe setzen meist auf Halt, vor allem bei feuchten Händen oder Regen, wirken auf manche Spieler aber rau. Weichere Griffe vermitteln ein anderes Gefühl und werden oft wegen des Komforts geschätzt, Halt und Haltbarkeit hängen jedoch stark vom Material ab.
Auch an der Handposition arbeiten die Hersteller. Im März 2026 hat Golf Pride seine ALIGN-MAX-Familie um ein ZGrip-Modell und neue Größen erweitert. ZGrip, MCC und MCC Plus4 gibt es in Standard und Midsize, eine Jumbo-Version beim MCC Plus4. Das Prinzip ist eine erhöhte Rippe auf der Rückseite des Griffs, die eine fühlbare Orientierung bietet.
Auf der Tour ist die Technologie präsent: Cameron Young gewann die Players Championship 2026 mit ALIGN MAX MCC Plus4. Das hilft zu verstehen, wie verbreitet solche Griffe an der Spitze sind, beweist aber nicht, dass ein Amateur damit genauer spielt. Profis wählen ihr Material nach persönlichem Gefühl und eigenen Vorlieben, oft über Jahre verfeinert.
Die Anforderungen unterscheiden sich zudem je nach Schläger. Beim Driver suchen Spieler meist einen stabilen Halt bei hoher Geschwindigkeit. Beim Wedge wollen sie vielleicht kürzer greifen, um Distanz herauszunehmen oder die Flugbahn zu steuern. Genau dafür ist der JumboMax UltraLong gedacht: Für Golfer, die im kurzen Spiel oft die Handposition variieren, eröffnet die zusätzliche Länge eine neue Möglichkeit; wer fast immer gleich greift, wird kaum profitieren.
Beim Putter gilt wieder eine andere Logik. Breite, flache oder gegengewichtete Griffe verändern die Anordnung der Hände und mitunter die Massenverteilung. Meist zielen sie auf ein Gefühl von Stabilität in einer kurzen, langsamen Bewegung. Ein deutlich schwererer Puttergriff kann aber auch das Gefühl des gesamten Putters verändern. Wie bei Eisen und Wedges gilt: Persönliche Vorliebe ist nicht dasselbe wie ein allgemeiner Leistungsgewinn.
5. Wann wechseln, was wählen und was kostet es?
Erstes Kriterium ist der Zustand der Griffe. Bleibt ein Griff auch nach der Reinigung rutschig, sollte er ersetzt werden. Ein intakter Griff, der unbequem ist oder nicht zur Handgröße passt, rechtfertigt einen Versuch mit einem anderen Modell. Das ganze Bag neu zu begriffen, um einen Slice loszuwerden oder zehn Meter zu gewinnen, ohne die Ursache zu kennen, ist dagegen eher eine Wette als ein Plan.
Die gängigen Größen – Undersize, Standard, Midsize und Jumbo – bieten bereits viele Möglichkeiten. Dazu gibt es einen Mittelweg: zusätzliche Lagen Griffband unter dem Griff, um ihn leicht aufzudicken. So lässt sich das Gefühl fein anpassen, ohne das Modell zu wechseln. Das sollte allerdings sorgfältig geschehen, mit Blick auf Schaftdurchmesser, Kerngröße des Griffs und das zusätzliche Gewicht.
Was ein kompletter Satz kostet
Die Preise schwanken stark je nach Modell und Werkstatt, und manche Pro-Shops rechnen die Montage inklusive ab, andere separat. Zur Orientierung: Dreizehn Schläger ohne Putter kosten bei 13 Euro pro Griff inklusive Montage 169 Euro, bei 25 Euro bereits 325 Euro. Spezielle Puttergriffe können deutlich mehr kosten. Um Angebote fair zu vergleichen, fragen Sie nach dem Gesamtpreis für den kompletten Satz und nennen Sie die gewünschten Modelle.
Neue Griffe testen, ohne sich selbst etwas vorzumachen
Bevor Sie dreizehn Griffe tauschen, probieren Sie ein Modell an einem häufig genutzten Schläger aus, etwa am Eisen 7. Geht es um halbe Schläge, ist ein Wedge der bessere Testschläger. Zuerst geht es um Komfort, Sicherheit und darum, wie leicht Sie eine wiederholbare Handposition finden.
Um Durchmesser zu vergleichen, nutzen Sie idealerweise Schläger mit identischem Kopf, Schaft und identischer Länge und wechseln die Varianten bei jedem Schlag ab. Ein Launch-Monitor erfasst Schlägerkopf- und Ballgeschwindigkeit, Carry und Startwerte. Ohne Messgerät verraten Treffqualität, Gefühl und Konstanz der Schläge immerhin eine Vorliebe.
Bleiben Sie dabei realistisch. Fünfzehn bis zwanzig Bälle pro Variante können einen Komfortunterschied oder eine klare Vorliebe zeigen. Sie beweisen nicht, dass ein Griff die Leistung dauerhaft verbessert. Aufwärmen, Ermüdung, Reihenfolge und die natürliche Schwankung des Schwungs beeinflussen das Ergebnis – mehrere Einheiten verraten weit mehr als ein schneller Vergleich auf der Range.
Verändern Sie schließlich nicht zu viele Variablen auf einmal. Wer einen 50 Gramm schweren Standardgriff mit einem 80 Gramm schweren Jumbo vergleicht, verändert Durchmesser, Masse und möglicherweise die Balance zugleich. Ändern sich die Ergebnisse, lässt sich die Ursache nicht mehr zuordnen. Deshalb sind persönliche Eindrücke, so ehrlich sie sind, nicht immer ein Leistungsnachweis.
Fazit: Der beste Griff ist nicht unbedingt der technischste
Die verfügbare Forschung zeigt, dass der Zustand der Griffe die Treffqualität beeinflussen kann und dass die Haltung der Hände am Schläger messbare Folgen hat. Sie stützt jedoch nicht alle Versprechen rund um übergroße Durchmesser, verringerte Muskelaktivität oder automatische Längengewinne.
Der JumboMax UltraLong zeigt Möglichkeiten und Grenzen dieser Entwicklung. Seine zusätzliche Länge kann manchen Spielern helfen, vor allem rund ums Grün. Die Gewichtsunterschiede zwischen den Versionen zeigen aber, dass ein einfacher Griffwechsel auch die Balance eines Schlägers verschieben kann. Entscheidend ist der gesamte Aufbau, nicht nur die Größe auf der Verpackung.
Für die meisten Amateure ist der wirksamste Weg einfach: Griffe sauber halten, diejenigen ersetzen, die wirklich keinen Halt mehr bieten, und verschiedene Größen ausprobieren, wenn Unbehagen oder Probleme beim Halten es rechtfertigen. Bevor Sie einige hundert Euro für einen kompletten Satz ausgeben, verraten Ihnen ein paar sauber durchgeführte Tests mehr als jedes Werbeversprechen.
Der Griff verdient mehr Aufmerksamkeit, als er gewöhnlich bekommt. Nicht weil er ein Wundermittel wäre, sondern weil er Teil all dessen ist, was einen Schläger ausmacht. Wer diese Zusammenhänge versteht, verändert sein Material gezielter und spart sich unnötige Käufe.
Quellen
Produkte
- MyGolfSpy, Oktober 2026 – Do You Need Longer Grips? The New JumboMax JMX UltraLong Gives You That Option – Maße, Gewichte, Preis und Schwunggewichtsanalyse.
- GolfWRX – Golf Pride adds ZGrip, more sizes to Align Max family
- Northern Golfer – Golf Pride builds on ALIGN technology success
Studien und Tests
- Sorbie et al., 2016, Research in Sports Medicine – An electromyographic study of the effect of hand grip sizes on forearm muscle activity and golf performance. DOI: 10.1080/15438627.2016.1191492.
- D’Arcy, Heisler, Quilling, Strüder und Chevalier, 2021, Journal of Sports Sciences, Bd. 39, Nr. 11 – The effect of grip position on golf driving accuracy and distance. DOI: 10.1080/02640414.2020.1865612.
- Golf Digest, 26. April 2023 – Can fresh grips produce extra yards? New research says yes
- Golfmagic – Golf Pride research confirms increased ball speed and carry with fresh grips
- Australian Golf Digest – neue vs. abgenutzte Griffe
Laurent Agostini ist Golfjournalist, Gründer von MyGolfMedia und Autor der französischsprachigen Buchreihe Penser avant de swinguer („Denken vor dem Schwingen“), deren zweiter Band sich mit Golfmaterial, Fitting und den Versprechen der Hersteller befasst.
